Doch Schicksal?
Erstellt von Claudia am Sonntag 25. Mai 2008
Pamuya ist nach einer kurzen Stippvisite in ihrem anvisierten perfekten Heim doch wieder da …
Die Chemie hat zwischen Pamuya und dem potentiellen Frauchen und dem ansässigen Rüden in keiner Weise gestimmt. Pamuya wollte unter keinen Umständen dort bleiben.
Die Bewerberin, so Sandra, die als Fahrdienst beauftragt war, hätte Pamuya niemals ins Haus hineinbekommen.
Hat das Schicksal doch zugeschlagen?
Pamuya, Henrik, ich und unsere Hunde sind jedenfalls hocherfreut und tanzten Tango im Garten …
Claudia Hauer




Montag 26. Mai 2008 um 06:54
Tja, habe ich mir also gestern Abend umsonst den Kopf heiß gemacht.
Ich stellte mir doch das eine ums andere mal die Frage ” Wird das gut gehen”.
Wie gehts Claudia ohne Pamuya und umgekehrt?
Ich glaube, liebe Claudia deinen Wolfhund kannst du abschreiben.
Ich tanze übrigens auch, zwar nicht im Garten dafür im Büro.
Ich freue mich für euch und ganz besonders für Pamuya.
LG Heike
Montag 26. Mai 2008 um 07:16
Tja zumindest werde ich mir Sandras Worte durch den Kopf gehen lassen: Sie sagte, nachdem sie ja den ganzen Nachmittag Pamuya erlebt hat, dass es überhaupt irgendwo anders klappt.
So vermessen will ich zwar nicht sein, aber es schockierte schon, dass aus meiner zahmen Schmusebacke so mir nichts dir nichts wieder der scheue, wilde Wolf wurde.
Lg Claudia
Montag 26. Mai 2008 um 07:23
da kann ich mich meiner Vorrednerin nur anschließen…
Als ich dich gestern so gesehen habe, habe ich auch gedacht, du hälst dich aber tapfer, obwohl ich glaube, dir angesehen zu haben, dass du, als du erzähltest, Pamuya sei weg, noch seeehr daran zu knabbern hattest, um es mal vorsichtig auszudrücken….
Ich glaube, das Schicksal hat entschieden und das Hauersche Rudel um ein Mitglied vergrößert… und gegen das Schicksal kann und soll man nichts machen, liebe Claudia….
LG Nadja
Montag 26. Mai 2008 um 12:21
Ich muss mich leider auch noch mal zu Wort melden; zu viele Gedanken und Sorgen sind in meinem Kopf…
Vielleicht denkt der eine oder andere ja: “na die ist doch eh völlig kalt” und was weiß ich noch alles. Ist auch egal – nicht egal ist mir der gestrige Nachmittag. Ich habe lange wach gelegen, einige Bilder wollten nicht aus meinem Kopf. Schon die ganz Kleinen am Nachmittag, waren nicht ohne. Es wollten alle versorgt werden, d.h. ein Mittel gegen Flöhe, Entwurmung und zusätzlich zur Unterstützung, haben wir uns entschieden, allen Welpen Virbagen Omega zu spritzen. Für diese kleinen Welpen ist schon der Transport purer Stress, dann noch unsere Untersuchungen und Behandlungen, da hat bei den wenigsten der frische Tatar als Entschuldigung geholfen. Kaum zur Ruhe gekommen, begannen schon die ersten sich fürchterlich zu erbrechen. Und das geht einem schon richtig nah.
Dann kam auch schon der gefürchtete Moment des Abschieds, kurz und “schmerzlos” sollte er sein… Pamuya war sichtlich irritiert, kannte sie doch unser Auto nicht. Wollte bis dato auch nie etwas mit uns zu tun haben! Und dann schaffe ICH sie auch noch von ihrem Zuhause weg. Ich konnte ihre keine beruhigenden Worte schenken, keine körperliche Berührung, die die Situation vielleicht nicht ganz so schrecklich für sie gemacht hätte. Wir waren beide total hilflos…
Von dem Zusammentreffen mit dem potentiellen Frauchen und ihrem Rudel, möchte ich nichts weiter erzählen. Das Ergebnis war, dass ich Pamuya wieder meine Berührung aufzwingen musste, um sie wieder ins Auto zu bekommen. Um dann mit völlig gemischten Gefühlen, die über Ärger, Frust, Irritation, Erleichterung reichten, wieder die Heimreise anzutreten. Hätte sie gepasst, wäre Pamuya am liebsten unter den Fahrersitz gekrochen, so blieb sie im hinteren Fussraum. Hier konnte ich ihr wenigsten ab und zu mal die Hand auf ihr rasendes Herz legen…
Liebe Claudia, ich habe gestern auf dieser Autofahrt beschlossen und es Pamuya auch versprochen, dass werde ich nicht wieder zulassen. Es gibt genau 2 Möglichkeiten; die erste ist für dich die schwerste und die zweite ist für dich und deine Familie die anstrengendste…
Ich möchte mich an dieser Stelle bei Pamuya entschuldigen und mich bedanken – es gibt nicht viele Hunde, die mir etwas so eindringlich beibringen können wie sie.
Sandra
Montag 26. Mai 2008 um 13:25
Ja, ich kann bestätigen: Sandra war nach ihrer Rückkehr gestern fix und foxi und brauchte erst einmal einen Schnaps. Völlig verdreckt kam sie an, weil sie Pamuya, die in Panik aus ihrem Geschirr entwichen war, unter dem Auto hervorpolken musste. Bepieselt, geschehen in den zwei Minuten, in denen sie Pamuya hielt.
Ich habe Dir, Sandra, schon gestern gedankt. Nicht dafür, dass Du den Schmutz ertragen hast oder Pamuya gefahren fuhrst. Ich danke Dir vielmehr dafür, dass Du nach Erkenntnis im voll verantwortlichen Sinne FÜR mein Pflegetier entschieden hast und den Mut hattest, Deine Entscheidung konsequent umzusetzen. Trotz hervorragender Vorkontrolle und prima Ausgangsvoraussetzungen passte es hinten und vorne nicht.
Dein Satz, dass Du zweifeln würdest, ob es mit Pamuya überhaupt irgendwo anders geht, geistert mir seither durch den Kopf. Ich bilde mir ein, dass ein Hund “etwas besseres” verdient hätte, als ein Frauchen, dass viel und oft arbeitet und bei dem es manchmal notwendig ist, nebenher zu laufen. Dann wieder sehe ich Pamuya, wenn wir kurz getrennt waren: Schreiend, winselnd bei meiner Rückkehr. Bereits wenn ich das Hoftor durchschreite, hallt es im Haus.
Ich bin unsicher, ob ich wirklich das Gelbe vom Ei bin für mein Pflegetier … Den Tschechen hätte ich mir ja auch nicht jetzt sofort geholt, sondern dann, wenn der Zeitpunkt absolut geeignet ist.
Eine hin- und hergerissene Pflegestelle
PS: Amüsiert hat es mich schon, als mir VERSCHIEDENE Mitglieder erzählten, es wurden Wetten abgeschlossen …
Montag 26. Mai 2008 um 13:42
Die beiden letzten Kommentare haben mir eine Gänsehaut verpasst.
Ich kann mir bestimmt nicht mal im Traum vorstellen, wie die Situation für alle Beteiligten gewesen ist. Schon die bloße Vorstellung schüttelt mich.
Und sorry, ich sehe Pamuya auch nicht bei einer anderen Familie!!!!
Und deshalb ist das Wettbüro wieder geöffnet…….
Montag 26. Mai 2008 um 18:04
Hallo, ich war einigermaßen überrascht als ich hörte wie es mit Pamuya ablief!!!
Bei Pamuya müssten die Bewerber ins Haus kommen und das nicht nur einmal, sondern
des öfteren! Wirklich interessierte müssten dann einige Gassyrunden absovieren
und Pamuya die Zeit geben die Sie braucht!!!!
Und nicht einfach aus Ihrer vertrauten Umgebung, wo Sie das erste mal Sicherheit, Vertrauen
und Liebe erfahren hat , rauszureißen!!!!
Sorry, aber bei Pamuya ist so ziemlich alles schief gelaufen!
LG Renate
Montag 26. Mai 2008 um 18:06
Ein freundliches hallo
ich melde mich hier ja selten zu Wort da ich lieber rede als schreibe.
Doch hier und heute muß es sein, ich glaube das Du liebe Claudia Dich so langsam daran gewöhnen solltes ein neues/altes Familienmitglied aufzunehmen.
Pamuya heißt von jetzt an dann Pamuya HAUER.
Christian
PS. Als Vermittlungsmanager hast Du meinen Segen “grins”
Montag 26. Mai 2008 um 21:13
Ach Renate, sooo einfach ist das nicht. Unser Standardverfahren konnte in diesem speziellen Fall ja gerade nicht durchgeführt werden. Was sollten Hausbesuche und Gassirunden auch bringen? Pamuya guckt “Fremde” noch nicht einmal mit ihrem hübschen derrière an. Selbst ich muss bis zum heutigen Tage schwer um ihre Gunst buhlen. Sollte die Bewerberin etwa bei uns für ein halbes Jahr einziehen? Im Übrigen hat bisher wohl keines unserer Pflegetiere gerne das Hauerrudel verlassen und ist freudig mit den neuen Haltern mitgegangen. Jede Vermittlung, insbesondere wenn die Pflegetiere bereits längere Zeit bei ihren Pflegestellen waren, ist ein großer Einschnitt für unsere Pflegetiere und bedeutet in der Regel eben auch, dass sie “einfach aus Ihrer vertrauten Umgebung, wo Sie das erste mal Sicherheit, Vertrauen und Liebe erfahren haben,” herausgerissen werden.
Nein, wir haben sicherlich nicht leichtsinnig mit Pamuyas Seelenheil herumgespielt. Wir sind das Wagnis bewußt eingegangen, weil wir nach den Vorgesprächen und der Vorkontrolle der Auffassung waren, dass Pamuya es dort sogar noch besser haben würde als im hauerschen Rudel.
Pamuya war halt anderer Meinung.
Dienstag 27. Mai 2008 um 10:50
Oooooch Renate, glaubst Du wirklich, dass wir es uns so leicht gemacht haben? Nachdem ich mehrere Wochen um diese Hündin gekämpft habe? Nachdem ich um das Überleben dieser Hündin bangte und bei ihr saß, als der Wasserschwall immer und immer wieder aus ihrem Maul floß? Nachdem sie mir ihr Vertrauen schenkte und wir gemeinsam den Weg von der Panik vor Menschen zu Distanz-Verhalten beschritten (zumindest in meiner Anwesenheit, wie sich ja zeigte)?
Gassirunden mit Interessenten sind absolut sinnlos, weil Pamuya nicht mitgehen würde, auch wenn der Fremde 10 Mal vorbeikommt. Sie geht von Hause aus nur mit, wenn ich mitgehe. Wie sollen Fremde, die nicht hier wohnen, auch bei 10 Kurzbesuchen ihr Vertrauen gewinnen, wo sie genau eine Person hat in unserem Haushalt, die sie zuverlässig und regelmäßig berühren darf? Wenn noch nicht mal Haushaltsangehörige (Nessie gar nicht, Henrik selten, Franzi größtenteils) streicheln können?
Das, was bisher erreicht wurde, in Bezug auf ihr Verhalten, ist das, was korrekturfähig war. Es ist ein immenser Erfolg von dem “Panik-Knopf” zu “vorsichtigem Distanzverhalten” ohne Angst. Übrig bleibt jetzt das Wesen, an dem sicher noch gefeilt werden kann. Es wird jedoch keine grundlegenden Veränderungen mehr geben in Pmauyas Wesen. Ihr Grundcharakter ist so, genauso wie Deine Neela gerne Ball spielt.
Beschäftige Dich tiefgründig mit Wolfshunden, dann wirst Du feststellen, das die Geschichte nicht so einfach ist. Es sind eben keine normalen Hunde. Erschwerend kommt hinzu, dass 6 Monate Prägezeit fehlen.
Zunächst musst Du erst einmal jemanden finden, der sich “so einen Hund antun” will. Dann darf dieser Jemand keineswegs in der Stadt wohnen, dann muss dieses stimmen und jenes, dann soll er hundeerfahren sein, aber keineswegs mit Gewalt arbeiten, sondern feinfühlig und sensibel motivieren, einschätzen, einwirken, handeln.
Dann soll dieser Jemand auch noch lässig darüber hinwegsehen, dass sich das Tier beim Kennenlernen keineswegs über seine Anwesenheit freut, nein, er muss akzeptieren, dass der Hund sich ggf. auch nach 14 Tagen nicht von ihm streicheln läßt. Und dann setzen wir noch einen Drauf: Dieser Jemand soll dann auch noch mehrmals wöchentlich nach Falkensee gurken, um genau diese Hündin irgendwann einmal zu bekommen? Wo es Hunde gibt, wie Sand am Meer? Einfache? Leicht erziehbare? Verschmuste?
Ich sehe die Vermittlungschancen nach diesem Ereignis wirklich sehr gering an …
Claudia
Dienstag 27. Mai 2008 um 22:01
liebe Claudia,
jetzt muss ich doch auch noch einmal meinen senf dazugeben ( alles klein und sorry bei rechtschreibfehlern,hab das Baby auf dem arm)
Also ich glaube zum einen nicht, dass sich überhaupt noch einmal jemand finden wird, der 100 prozent als neues rudel für Pamuya passt, zum anderen weiß ich-und dass ist ja auch richtig so, dass es eventuelle interessenten jetzt noch schwerer haben werden, den Check zu bestehen und vielleicht neue Familie für Pamuya zu werden ( Baby liegt im Bett).
Außerdem denke ich, dass Pamuya sich ihr zu Hause sowieso schon ausgesucht hat und dass sich das Hauersche Großrudel wohl langsam mit dem Zuwachs abfinden muss… (und insgeheim wahrscheinlich auch schon abgefunden hat…)
Ich denke, für Pamuya kann es kein schöneres zu Hause geben als das, was sie sich selbst ausgesucht hat…
LG Nadja