Erstellt von Claudia am 30. Juni 2010
Fünf Wochen sind meine Schweinchen jetzt bereits alt und es ist Zeit für einen neuen Bericht.
Ein deutlicher Wandel prägt nun die Zeit, denn meine Minis sind zwar noch äußerst jung, aber mit zunehmenden Alter voller Flausen im Kopf und einer großen Langeweile, die gelindert werden will. Auch bedürfen die Heranwachsenden nun eines straffen Erziehungsprogrammes, da sie sonst gnadenlos und unbarmherzig jede Schwachstelle zu ihren Gunsten regeln. … Und das ist mega-anstrengend
Zunächst habe ich die Schweinchen an den Freilauf auf dem kompletten Grundstück gewöhnt. Man möge meinen, dass mehr als 1000 qm doch erstmal reichen würden, um Neugier und Erkundungsdrang zu befriedigen. Ich kann versichern – das ist nicht so! Jeden Tag holte ich also einen neuen Hund mit in den Freilauf und zu meiner Überraschung gab es keinerlei Probleme – auch nicht mit Pamuyas Jagdinstinkt, der beim übermütigen Losrennen und Flitzen durchaus ausgelöst werden könnte.
Es wird niemanden überraschen, dass Josephine die Schweinehüterin schlechthin ist. Ihr schließt sich Pamuya an und so sind die Schweinchen niemals unbeaufsichtigt. Es gibt bei den Hündinnen klare Aufgabenverteilungen: Josie passt mütterlich auf und hütet, hält die Schweinchen zusammen und führt sie ggf. zurück. Pamuya hingegen ist diejenige, die auf Ordnung und Sauberkeit achtet. So reinigt sie gründlich die Nasen der Minis nach dem Fressen und begutachtet genauestens jeden Kratzer, der sich auf der Haut finden lässt. Zudem hat sie den Job, Josephine beim Hüten zur Hand zu gehen und sie zu unterstützen.
Luna hingegen hält sich im Hintergrund. Nur wenn Elvira zu frech wird und an ihrer Pfote knabbert, wirkt sie etwas verzweifelt. Knut dagegen verfolgt wie immer seine alte Strategie: Ich dulde Dich, aber zolle mir den gebührenden Respekt! So musste sich die nicht hören wollende Elvira am zweiten Tag eine "Ansage" von Knut gefallen lassen, womit diese Sache endgültig geklärt war.
Elvira & Fionella laufen nun in Haus und Garten frei herum. Wie die Hundeklappe funktioniert, haben die beiden bereits nach zwei Tagen begriffen und nutzen sie. Meine Katzen haben fast ein Jahr dafür gebraucht …
Ein großes Problem für mich war die Fresslust der Kleinen. Besonders Elvira ist ein unglaublich intelligentes Schwein und scheut keine Mittel, um ihren Willen – hier Hunger – durchzusetzen. So kam sie im zwei Stunden-Takt schreiend an und verlangte nach Futter. Die Bäuche wuchsen und wuchsen und die Minis sahen wirklich zwischenzeitlich ziemlich unförmig aus. Seit drei Tagen mache ich nun "Melonen-Diät". Das schmeckt ihnen unwahrscheinlich lecker, hat aber wenig Kalorien. Viel Frischkost und Minischweinchen-Futtermischungen und Babymilch ergänzen den Speiseplan. Heute sehen sie zwar immer noch gut genährt aus, aber eben nicht mehr so überdimensioniert. Ein kleiner Erfolg.
Gerade Elvira musste ich jedoch schleunigst beibringen, dass sie durch anhaltendes, tösendes Schreien nicht ihren Willen bekommt, was nach dem dritten Tag Konsequenz scheinbar auch erfolgreich verläuft. Statt dessen wurde sie ignoriert, der Kontakt verweigert, rausgeschickt oder schlimmstenfalls unter Protestgeschrei in die Quarantäne zum Abkühlen verfrachtet. Und siehe da: Sie kann jetzt auch mal in die Küche kommen, ohne mich anzuschreien
Der größte Schweinehirte, meine lieben Leser, ist jedoch – und man mag es kaum glauben – mein Mann! Er liebt die Schweine, gibt außerordentlich bereitwillig und gern die Flasche, schubbert und scheuert und lacht sich kaputt über die Schweine. So viel Spass hatte er noch niemals mit meinen Pflegetieren.
Seit gestern habe ich nun mit dem Clickertraining begonnen. Ich bin gespannt, was sich damit den Schweinchen beibringen lässt und was uns gemeinsam einfallen wird. Auch muss ich nun gegen die Langeweile das erste "Intelligenz-Spielzeug" einsetzen, um Elvira und Fionella angemessen zu beschäftigen. Hierzu dann im nächsten Bericht mehr.
Claudia Hauer
