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Archiv für die '- Feldhasenaufzucht' Kategorie

Aus Osterhasi wird (fast) ein Feldhase ;-)

Erstellt von Claudia am 24. Mai 2010

Ganz pünktlich sind wir heute in aller Frühe mit (Oster-) Hasi losgefahren, um zur Wildtierhilfe Lüneburg  zu fahren. Dem Ort, an dem Hasi sich auf ein Leben in Freiheit vorbereiten kann.

Schon der Morgen zeigte sich anders als gewöhnlich, denn Hasi war nicht wie üblich in seinem Ställchen. Ich rief, schüttelte die Flasche, aber er ließ sich nicht blicken. Erst nach reichlich Suchen wurde ich fündig: Hasi hatte sich in seiner Hasenburg versteckt. Ich lockte ihn raus und es gelang mir, ihn quer durch das Gehege zu locken und ihn in den unteren Teil seines Stall-Auslaufes zu sperren. Er liess sich dann jedoch kaum noch überreden, in den oberen Teil seines Stalles zu kommen. Ich bin fest davon überzeugt, dass er etwas ahnte. Da Menschen bekanntermaßen dann doch intelligenter sind als Feldhasen, konnte ich das unwillige Hasenmädchen überlisten und letzten Endes in die bekannte Transportkiste verfrachten. Natürlich ließ ich es mir nicht nehmen, meinen Pflegling ein letztes Mal zu wiegen. 1,4 kg wog Hasi! Was für ein Traumgewicht!

Die Fahrt verlief ruhig und meine anfänglichen Sorgen, Hasi könne so gestresst sein, dass er kolabiert, waren unbegründet. Es sollen ja schon Hasen während der Autofahrt zum Auswildern gestorben sein. Hasen sind ja sehr stressempfindlich.

Bei der Wildtierhilfe angekommen, nahm uns eine sehr freundliche Mitarbeiterin in Empfang und zeigte uns das Feldhasen-Gehege. Genauso habe ich es mir vorgestellt und erhofft für "meinen" Hasi, der nun bald ein richtiger Feldhase wird. Nur zwei wesentlich kleinere Artgenossen leben zur Zeit in dem Gehege, so dass ich mir auch zum Thema "Übervölkerung"  oder gar "Platzmangel" keinerlei Sorgen machen musste. 2000 qm Fläche hat das Gehege.

Als ich Hasi rausließ, dachte er nicht dran, sofort loszuhoppeln, sondern er gestattete mir einen liebevollen Abschied. Die Pflegerin meinte, dass dies schon eher ungewöhnlich wäre. Ich erzählte ihr von meinem Dilemma mit der mangelnden Scheuheit trotz strenger Isolation während der ersten vier Lebenswochen. Sie tröstete mich, in dem sie berichtete, dass es schon hin und wieder solche kleinen "Außenseiter" gäbe, die aus der Reihe tanzen. Irgendwann hoppelte Feldhasi dann los und versteckte sich unter einem Steinversteck. Mit Hilfe von Kameras, die fest installiert sind, können die Pfleger auch nachts das Gelände überwachen, so erzählte mir die Betreuerin, was mich weiter beruhigte.

Ich sagte "Tschüss" zu meinem inzwischen groß gewordenen Pflegling und besichtigte ausführlich die komplette Station und konnte schlußendlich mit einem hervorragenden Gefühl wieder die Heimkehr antreten. Genau hier konnte ich meinen liebgewordenen Hasen entlassen.

Dieser Hase hat mir enorm viel gegeben. Nicht nur, dass es die erste Feldhasenaufzucht war und ich entgegen der im Internet verbreiteten Behauptung, die Feldhasenaufzucht wäre so enorm schwierig, nicht bestätigen kann, sondern es war einfach eine ganz neue Erfahrung mit ganz neuen Überlegungen, Herangehensweisen und Aufgabenstellungen. Jederzeit wieder würde ich eine Feldhasenaufzucht übernehmen.

Mein Hasi hat mir deutlich gemacht, was ich so viele Jahre vernachlässigt habe: Mich auf einem Gebiet der Wissensaneignung weiterzuentwickeln. Ich erinnerte mich, dass ich Zeit meines Lebens mit der Aufzucht so vieler verschiedener Spezies (Tauben, Spatz und Meise, Papageien, Prachtfinken, Steinmarder, Hunde, Katzen ….) konfrontiert war und wieviel Freude ich hatte, mir Wissen zu den jeweils verschiedenen Tierarten und Lebensweisen anzueignen. Ich habe bemerkt, wie sehr mir dies fehlt. Sicherlich, so mögen einige entgegnen, habe ich mir dafür enorme Kenntnisse in der Handaufzucht von Hunden und Katzen angeeignet, aber dennoch war es für mich ein Stehenbleiben und Verharren. Mutig werde ich fortan auch "fremde" Tiere zur Handaufzucht annehmen, einfach um meinen Wissenshorizont zu erweitern. Dies natürlich nur, wenn kein gesondertes Expertenwissen (wie z. B. bei Raubvögeln) dafür benötigt wird und die Handaufzucht kein Tier in Gefahr brächte.

Es gibt keinen lähmenderen Irrtum als den, eine Zwischenstation für das Ziel zu halten, und an einem Rastplatz zu lange zu verweilen.
Sri Aurobindo

Auch war Hasi eine besondere Bereicherung für meine Hunde. Josephine hat neben dem vorausgegangenen Anti-Jagdtraining mit Ankunft des Hasis keinerlei Jagdambitionen mehr. Auch von Pamuya kann ich berichten, dass sie zwar schon Ambitionen hätte, aber diese nun hervorragend kontrollierbar sind und sie gelernt hat, beim Anblick eines Wildtieres nicht einfach mich und ihre Umwelt auszuschalten. Auch Luna hat gelernt, sich zu beherrschen, wenn auch nach wie vor sabbernd und zitternd angesichts des Hasen, der unbedarft nur einen Schritt neben ihr umherlief. Sie ist zumindest ansprechbar und abrufbar geworden :-)

Meine Kinder haben gelernt, dass nicht jedes Pflegetier zum Schmusen bei uns ist, auch wenn Franzi schon dann und wann allzugerne mal mit einem Feldhasen gekuschelt hätte. Sie hat sich brav beherrscht. Und zu guter Letzt hat mein Mann mal wieder die Erfahrung gemacht, dass seine Frau doch immer wieder neue Überraschungen parat hat :-)

Danke an alle, die mich unterstützt haben, insbesondere seelisch und moralisch. Und besonderen Dank gilt jenen, die mir stets die Wahl ließen, zu tun, was ich tun möchte und mich nicht unter Druck setzten, als es darum ging, zu entscheiden, was das Beste und Vernünftigste für meinen Feldhasen war.

Ganz lieben Dank natürlich auch an die Wildtierhilfe Lüneburg, die es mir so leicht machten, Abschied nehmen zu können.

Also liebe Leute: Feldhasi weg – Projekt abgeschlossen. Möge alsbald ein Neues kommen!

Eure Claudia Hauer

Bild unten: Feldhasen-Gehege

Unter diesen Steinplatten hatte sich Hasi dann versteckt

und ein letztes Bussi ;-)

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(Oster-) Hasi zieht aus

Erstellt von Claudia am 23. Mai 2010

Es ist schon erstaunlich, wie das Unterbewusstsein Einfluss auf unser Handeln hat und wie Vernunft und Gefühl mitunter gegeneinander kämpfen. So auch bei mir und meinem Hasi.

Ich hatte eine Woche lang versucht, die Kontaktaufnahme mit Hasi drastisch einzuschränken, ihm kaum noch liebevolle Zuwendung zu geben und erst recht auch nicht mehr gemeinsam mit ihm in der Quarantäne zu sitzen und ihn auf mich herumhoppeln zu lassen. Ich hatte die Hoffnung, dass Hasi hierdurch scheuer wird, was den Auswilderungsgedanken sehr entgegenkäme. Nein, liebe Leser, leider ist Hasi hierdurch nicht scheuer geworden. Er hüpfte mir nach wie vor auf den Schoß und machte auch sonst keine Anstalten, Abstand zu halten oder gar Angst vor mir zu zeigen. Er nahm vielmehr noch mehr Kontakt zu den Hunden auf, besonders zu Josephine, die Hasi wohl besonders gerne mag. Vor einiger Zeit, kurz bevor ich mit der drastischen Reduzierung des Kontakts begann, war die Verlockung zu groß und es drängte mich, Josephine mit zu Hasi in die Station zu nehmen.

Schon lange kann ich mich auf Josie verlassen und das Risiko, dass etwas passiert, war gen Null. Josie legte sich nieder und beide Tiere beschnupperten sich erstmals ohne Gitter und begegneten sich Nase an Nase. Hasi kletterte auf ihren Schwanz und es war, als wenn die beiden jeden Tag gemeinsam in dieser Form verbringen würden. Völlig unspektakulär und völlig ruhig. Die normalste Sache der Welt. Es war für mich ein wundervolles Erlebnis.

Nun, und seit einer Woche habe ich die Zusage von Diana Erdmann von der Wildtierhilfe Lüneburg in der Tasche, die unseren Hasi übernehmen will, um ihn doch noch seiner Bestimmung gemäß irgendwann auszuwildern. Hasi darf zunächst mal in ein 2.000 qm großes Feldhasengehege zu anderen Artgenossen ziehen. Seit jener einer Woche nach der Zusage redete ich mir ununterbrochen jeweils Abends mit schlechtem Gewissen ein, dass ich schon wieder vergessen hätte, durchzurufen, um den Einzugstermin zu bestätigen. Da mein gedanklicher Termin immer näher rückte, bat ich Julianna schließlich, dort mal anzurufen, was sie prompt erledigte. Als sie mir den Termin bestätigte und ich so Gewissheit hatte, dass Hasi schon bald für immer weg sein wird, traf es mich wie ein Hammer und mir wurde klar, wie heftig mein Unterbewusstsein (das Gefühl) sich gegen diesen Auszug gewehrt hatte und all die Ausreden von "Ich hab es einfach nicht geschafft, anzurufen und den Termin zu vereinbaren" nur hohle Possen meiner eigenen Schwäche waren.

Morgen früh werden Henrik und ich uns also auf den Weg machen, um Hasi in das Feldhasengehege zu bringen, was wir mit einer Besichtigung der Wildtierstation verknüpfen wollen, auf die ich mich schon besonders doll freue.

Eure Claudia Hauer

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Eröffnung des Abenteuerlandes

Erstellt von Claudia am 5. Mai 2010

Nachdem ich gestern völlig versagt hatte und an meine persönlichen Grenzen beim Zusammenbau eines Abenteuerspielplatzes gelangte, sprang Günther ein und bastelte und baute in so einigen Stunden den künftigen Tummelplatz für kleinpfotige Vierbeiner zusammen.

Fazit 1: Bauen ist nicht meine Stärke und wird es auch niemals sein!

Fazit 2: Männer können das einfach besser ;-)

Stolz präsentierte mir Günther dann sein Werk und ich war begeistert!

Hasi schaute …

NICHT beim Bauen zu, sondern versteckte sich in seiner Hütte. Am Abend feierten wir dann Eröffnung. Aber Hasen sind so furchtbar unkonzentriert und so besuchte er zunächst einen seiner Lieblingsplätze, den Katzenkorb.

Als nächstes wollte er Verstecken spielen …

Endlich, endlich weihte er dann als erster Pflegling den sagenhaften Abenteuerspielplatz ein. Tata:

Claudia Hauer

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Rendevous mit einem Hasi

Erstellt von Claudia am 2. Mai 2010

 

Hallo Hasi, wie geht es Dir? Hast Du Lust, ein wenig mit mir zu spielen?

Gucken kannst Du ja wenigstens mal, wenn's Dir nicht gefällt, kannst Du ja wieder rein  …

Was bist Du für ein neugieriges, kleines Hasenmädel …

He Hasi, das sind keine Geschenke für Dich, sondern nur eine Fototasche

Flitz doch einfach rum und wenn es Dir Spass macht, kannst Du meinen Körper als Kletterburg benutzen

(Hasi nutzte dieses Angebot sogleich …)

Sei nicht traurig, kleiner Hasi, Dein Blick geht in die Ferne, ich weiß.

Es wird der Tag kommen, wo Du frei sein wirst

Schau, ich hab Dir Besuch mitgebracht

Vielleicht solltest Du vor dem Schlafengehen noch etwas Essen, Hasi?

Haaaaaaaasi (Claudia ruft)

Das "Kommen auf Zuruf" klappt superprima!

He Hasi, geh Dich waschen, genug gespielt, gleich kommt das Feldhasen-Sandmännchen

Und jetzt hinein, in Deinen Stall und kein Herumgealbere

Küsschen und schlaf schön! Danke für die schöne Stunde mit Dir.

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Kurz-Notiz: Hasi’s nächtliche Bodygards

Erstellt von Claudia am 29. April 2010

Ich bin inzwischen sehr sicher, dass nur ein Raubtier (Fuchs, Marder etc.) der Übeltäter gewesen sein kann, der vorletzte Nacht rabiat und hemmungslos meinen kleinen Hasi angegriffen haben muss.

Glücklicherweise ist Hasi gut drauf, so dass ich davon ausgehe, dass er genesen wird. Dennoch macht sich eine "Hasen-Mutter" schon die größten Sorgen angesichts der neuen bevorstehenden Nacht und der Gewissheit, dass der Feind ganz sicher noch einmal kommen wird. Alle Sicherheitschecks wurden gedanklich durchgespielt und es war sogar eine Variante dabei, dem Raubtier gute, große Fleischbrocken vors Gitter zu legen, damit er einfach zu satt ist, um Appetit auf Hasenfleisch zu bekommen. Sinnvoll ist das natürlich nicht und so war die Idee meines Mannes der "Burner": Nachts sollten Knut und Luna in der untersten Etage des Hauses schlafen und die Hundeklappe sollte offen bleiben. Wir wissen zwar, dass Knut einen tiefen Schlaf hat, kalkulierten aber mit Lunas steter leichter Nervosität und extremer Geräuschempfindlichkeit. Der Plan war, dass Luna das Geräusch des Jägers am Zaun der Quarantäne hört, unseren Knuti weckt und sich unser schwarzer Torwächter sofort an das Vertreiben des nächtlichen Besuchers macht.

Sie werden es nicht glauben: Unser Plan scheint aufgegangen zu sein! Jedenfalls sind wir heute Nacht von einem kurzen wütenden Bellen wachgeworden. Als mein Mann aus dem Dachfenster mit Taschenlampe rausspähte, war jedoch schon alles vorbei.
Ich bin sicher, dass der Feind dagewesen sein muss, denn heute morgen wurde der Bereich vor der Quarantäne intensivst von den Hunden beschnuppert. Pamuya war sogar so aufgeregt, dass sie beim Riechen der für mich leider unsichtbaren Fährten das Vorderbein nach Vorsteh-Manier anhob.

So Fuchs oder Marder – such Dir einen anderem Leckerbissen, denn unsere Hasen-Bodygards werden nun jede Nacht ihren Dienst im Sinne des Tierschutzes erfüllen

Claudia Hauer

PS: … und Hasi denkt noch immer nicht daran, wild zu werden. So hat er derzeit ein neues Spiel raus. Er hoppelt von der obersten Etage seines Ställchens direkt auf meinen Schoß …

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Wer hat meinem Hasi Leid angetan?

Erstellt von Claudia am 28. April 2010

Nachdem mein Hasi auch nach Tagen in seinem Gehege immer noch zutraulich und freundlich jedermann gegenüber ist, was ja eigentlich laut Recherchen zunehmend immer mehr abnehmen sollte, ist ihm vergangene Nacht dieses Verhalten offenbar zum Verhängnis geworden.

Er muss durch das Gitter von einem unbekannten Tier angegriffen worden sein, denn unter seinem rechten Vorderlauf hat sich das Fell und die oberste Hautschicht gelöst und steht in Fetzen ab. Die Verletzung ist zwar recht groß, scheint aber nicht tief zu gehen, was mich etwas tröstet. Auch hatte Hasi bei der morgendlichen Mahlzeit großen Appetit und zeigte sich sehr fidel.

Ich werde mich nun mit auf Feldhasen spezialisierten Tierärzten und Feldhasen-Kennern beraten, inwieweit und in welcher Form die Verletzung einer Behandlung bedarf.

Claudia Hauer

Nachtrag: Ich habe mich nun ausführlich von der Wildtierhilfe Lüneburg beraten lassen und Hasi wird nun mit einem Antibiotika, dass er bereits prophylaktisch gegen Kokzidien in den ersten zwei Lebenswochen erhielt, behandelt. Auch habe ich der Wildtierhilfe die Frage gestellt, die ich schon seit einigen Tagen mit mir herumtrage: Bekommen wir Hilfe, wenn Hasi einfach nicht scheu werden will? – Ja, natürlich – bekommen wir! Wie schön. Hasi wird also in jedem Fall seiner Natur entsprechend Leben können …

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Was für ein Unglück im Hasenstall

Erstellt von Claudia am 25. April 2010

Seit einigen Tagen gewöhne ich meinen "Oster-Hasi" nun an die Natur. Jeden Tag blieb er ein Stückchen länger draußen. Ich überlegte schon seit Tagen, wann ich es wagen konnte, Mrs. Hasi auch des nachts in der großen Quarantäne zu lassen. Ich musste wie immer mit meinen eigenen Ängsten und Sorgen kämpfen bis denn Hasi gestern abend gebot: "Schluss jetzt mit dem Innenraum-Käfig! Hier gehöre ich nicht mehr her." Okay, liebe Leser, Hasi hat das nicht wörtlich gesagt, aber er hat sich so immens gewehrt gegen den Verbleib in seinem Erstkäfig, dass es den ungesagten Worten gleichkommt. Er biss in die Gitterstäbe vor Zorn, suchte eine Fluchtmöglichkeit, dass mir keine andere Wahl blieb, Hasi wieder nach draußen zu setzen.

Und siehe da: Es ist ihm nichts passiert :-) Hach, diese Ängste der "Über-Mamas" …

Dennoch gibt es Anlass zum Traurigsein. Denn mein Hasi mag unerklärlicherweise meine Josephine. Und das, obwohl ich jeden Hund bisher penibel genau fern gehalten habe. So verstehe ich nun die Welt nicht mehr.

Als ich mich gerade draußen mit meinem Hasi beschäftigte (ich setzte ihn ein Stückchen vor seinem Außenstall ab und er lief wieder hinein, hoppelte die Treppe hoch und pflanzte sich an seinem Lieblingsplatz), gesellte sich Josephine dazu. Ich konnte Hasi genauestens beobachten. Als sie Josephine kommen hörte, spitzte Hasi die Löffel. Schnurstracks lief sie das erste Mal in ihrem Leben die Stiege hinunter, durchquerte den kleinen Außenauslauf, sah Josephine, hoppelte zum Ausgang und lief ohne zu zögern durch die Quarantäne auf Josephine zu.

Meine Hunde haben über die Zeit der Pflege längst verstanden, dass das, was ich da pflege, unter meinem strengen Schutz steht und jede unziemliche Annäherung und sei es auch nur im Transportkorb Frauchens Unwillen hervorruft. Insofern sah Josephine keinerlei Beutetier in Oster-Hasi. Ruhig betrachtete sie das kleine Wildtier, welches seinerseits ganz aufgeregt an den Gitterstäben direkt vor Josies Nase kletterte und versuchte, das Gitter zu durchbeißen, um zu ihr zu gelangen. So standen sich also zotteliger, lieber Schäferhund Nase an Nase gegenüber mit kuschligem, kleinem Pelztier.

Oster-Hasi wiegt inzwischen 650 g und sollte bald schon ausgewildert werden. Die Zeichen stehen jedoch derzeit irgendwie in einem schlechten Licht, denn erst heute sah ich über Hasis neuer Heimat ein Paar riesiger Raubvögel (Milane?) kreisen, die sich ganz sicher einen armen, gut genährten, ahnungslosen Hasen schnappen würden. Hinzu kommt, dass Oster-Hasi offenbar Hunde mag und nicht wie sonst üblich die Flucht ergreift oder sich totstellt. Oh je, das sind äußerst schlechte Bedingungen für ein Auswilderungsprojekt …

Jetzt heißt es Nachdenken, Claudia, und eine Lösung finden …

Claudia Hauer

PS: … und fragen Sie mich bitte nicht, worin dieses völlig absurde Verhalten begründet liegt! Ich kann nur hoch und heilig versprechen, dass Hasi und Josephine noch nie aus direkter Nähe Kontakt miteinander hatten

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Es war mir ein Vergnügen

Erstellt von Claudia am 21. April 2010

Heute war endlich der Tag aller Tage, auf den ich so sehr gewartet hatte: Hasi sollte das erste Mal freien Auslauf in der 20 Quadratmeter großen Quarantäne bekommen.

Immer kam in den vergangenen Tagen etwas dazwischen. Einmal war es schon zu spät, ein anderes Mal fehlte die innere Ruhe und Muße und so tropften die Tage so dahin und meine Gedanken schwelgten in jenen Momenten, die ich heute erleben durfte. Kurz nach der Nachmittagsmahlzeit (Hasi wiegt inzwischen 550g) schnappte ich mir meinen kleinen Freund, sperrte die Hunde ins Haus und legte mich auf den frischen Rasen in die spärlichen, aber doch vorhandenen Sonnenstrahlen, der Quarantäne. Ich ließ Hasi einfach laufen und durchdachte in Gedanken noch einmal genau, ob wirklich, wirklich sämtliche Fluchtmöglichkeiten sorgfältigst beim Bau berücksichtigt wurden.

Hasi nahm Anlauf und schwupps rannte er durchs Gehege. Sehnsuchtsvoll schaute er immer wieder nach draußen, in die Freiheit, die ihn wohl sehr verlockte. Er kostete vom Pfosten und probierte auch mal das Gitter zu durchbeißen, jedoch ohne Erfolg. Als er feststellte, dass es für ihn noch keine volle Freiheit gibt, hoppelte unter die Transportbox und putzte sich ausgiebig.

Es waren vergnügliche Minuten, die ich da mit ihm verbrachte und denke, es wird nicht mehr lange dauern, ehe ich ihn auf "sein" Feld bringen kann.

Claudia Hauer

 

 

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Mein Feldhasi hat Charakter

Erstellt von Claudia am 14. April 2010

Was kann ein Feldhase schon für einen Charakter haben, werden die meisten wohl denken, wenn sie meine Überschrift lesen. Tja, so dachte ich kürzlich auch noch. Ein Hase gleicht dem anderen, sie hoppeln herum, mümmeln ihr Gras und es gibt wohl kaum nennenswerte Unterschiede.

Aber irgendwie finde ich, MEIN Feldhasi entwickelt mehr und mehr Charakter, denn er hat so seine Eigenarten. So besteht er beispielsweise darauf, dass ich ihm das frischgepflückte Löwenzahnblättchen persönlich nach der Flaschenmilch reiche – auf meinem Schoße sitzend. Lege ich die Löwenzahnblättchen in seinen Käfig, lässt er sie liegen und schaut sie nicht mal mit der Mümmelnase an.

Manchmal möchte er auch noch nicht gleich und sofort seine Milch aus dem Fläschchen trinken, wenn ich ihn herausnehme. Ich muss ihm ruhig sein kuscheliges Fell streicheln, leise mit ihm reden und sanft seinen Bauch massieren. Und dann … ja dann … wird Feldhasi auf einmal ganz hungrig und trinkt locker seine 20 bis 30 ml Milch weg. Danach kommt das Löwenzahnblättchen, dann die Bauchmassage, das Wiegen (340 g) und ab geht es zurück.

Im Zusammenhang mit Hasi werde ich mich wohl weiterbilden müssen. Momentan brauche ich ja nicht viel Grünfutter von den Feldern und Wiesen seiner künftigen Heimat pflücken, aber es wäre schon nett, wenn ich wüsste, welche Pflanzen ich da mitnehme und anbiete. So brachte ich Hasi heute ein möhrenkrautartiges Gewächs mit, dass er nicht sonderlich lecker fand. Also ist dringend ein intensives Studium der heimischen Pflanzenflora angesagt. Löwenzahn und Gras kann ich ja noch erkennen, aber darüber hinaus wird es ziemlich mau.

Nun, ihr seht, ich bin sehr glücklich mit meinem Hasi und erfreue mich seines Wachsens und Gedeihens.

Eure Claudia Hauer

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Kurznotiz: Panik bei Claudia & Osterhasi

Erstellt von Claudia am 12. April 2010

Oh, wie war ich heute morgen verzweifelt und den Tränen nahe. Zweimal versuchte ich dem Hasi sein morgendliches Fläschchen zu geben und zweimal war dieses Unterfangen vergeblich. Die morgendliche Fütterung ist die Hauptmahlzeit von Hasi. Bei keiner anderen Fütterung trinkt Hasi sonst so viel. Gestern morgen beispielsweise 50 ml Milch. Und heute wollte er nichts – um so bedenklicher.

Vielleicht hat das Löwenzahnblatt ihn vergiftet oder bereitet ihm Bauchschmerzen? Vielleicht kommen jetzt die gefährlichen Krankheiten, die ihn nun heimsuchen? Vielleicht beginnt jetzt die lang erwartete schwierige Aufzuchtsphase, von der überall geschrieben wird?

Umso komischer, dass der Bauch ganz weich war und der Kotabsatz normal.

Ich stromerte um den Käfig herum, räumte das Wohnzimmer auf und ordnete in Panik das Eine oder Andere. Schließlich schaute ich auf die Nippeltränke im Käfig, die ich Samstag gekauft und gestern in den Käfig gehängt hatte und dachte, ich schau mal, ob Hasi sich daran zu schaffen gemacht hat. Und ja, er hat sich daran zu schaffen gemacht: Die Flasche war komplett leer! Ich war erschüttert, das kann doch nicht sein, die Flasche ist undicht und wahrscheinlich ausgelaufen und überprüfte schnell den Boden unter der Flasche. Doch dort fand ich keine feuchten Spuren einer etwaigen fehlerhaften Nippeltränke. So bleibt nur der Schluss, das Hasi heute Nacht so ca. 150 ml Wasser ausgetrunken haben muss – kein Wunder, dass Hasi heute morgen seine Morgenmahlzeit dankend ausschlug …

Nun bin ich hin- und hergerissen: Nippeltränke ja oder Nippeltränke nein? Für Hasi ist es wichtig, dass er bis zu einem Gewicht von 600 g noch regelmäßige Milchmahlzeiten bekommt. Hänge ich die Nippeltränke rein, so trinkt er sich offenbar damit satt. Hänge ich sie nicht rein, verweigere ich ihm vielleicht die Wasseraufnahme. Was für eine komplizierte Frage …

Claudia Hauer, die jetzt zumindest die Akut-Panik-Phase überwunden hat

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