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Archiv für die 'Erfahrungsberichte' Kategorie

Impressionen unserer propperen Igelbabys

Erstellt von Claudia am 3. September 2010

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Kurz-Notiz: Igelchen wohlauf; Josephine kastriert

Erstellt von Claudia am 1. September 2010

Igelpflege ist wirklich eine eigene, ganz andere Geschichte als die Handaufzucht von Kätzchen oder Hundewelpen oder Feldhasis oder Entenjungen oder Schweinebabys. Immer war ich es gewohnt und stets entsprechend in Erwartung, dass sämtliche Babys sofort mit radikalen Gewichtszunahmen sämtliche Rekorde sprengten. Ich kann mich noch sehr gut an die erstaunten und amüsierten Ausrufe meiner Kollegin Silke erinnern, was ich doch immer für "Wonneproppen" erzeuge. Ja, so war das bisher und nichts anderes bin ich gewohnt.

Bei den Igelbabys, die ja selbst nicht mehr als 80 g bei Ankunft wogen, musste ich mich völlig umstellen. Schon die Nahrungsmenge pro Flasche war so derart wenig, dass es ich arge Umgewöhnungsschwierigkeiten hatte. Tranken sie anfänglich gerade mal 2 ml, so sind es jetzt maximal 8 – 10 ml pro Mahlzeit. Wisst ihr eigentlich, wie wahnsinnig wenig das ist?! Obwohl die Igelchen ziemlich gewachsen sind und inzwischen die Äuglein geöffnet haben (sie sind jetzt ungefähr 16 Tage alt), bin ich dennoch nicht zufrieden mit der täglichen Gewichtszunahme von nur 2 bis 6 g pro Tag. Ausgenommen mein "dickes Mädelchen", die gestern 10 g Gewichtszuwachs zu verzeichnen hatte.

Tagelang murmelte ich Monchi die Ohren voll: Ich bin unzufrieden! Sie nehmen gar nicht so richtig zu! Ob das wohl normal ist! Was ist das bloß?" usw. Ihre äußerst sanft vorgetragenen Einwände, dass die Igelchen so richtig riesig aussehen, wischte ich mit einer Handbewegung fort. Gefangen in meinem eigenen Gedankenchaos konnte ich  nichts gelten lassen, steht doch im Internet, dass Igelchen täglich 4 bis 6 g zunehmen sollten. Auch der Anruf bei einem Spezialisten bei der NABU konnte mich nicht beruhigen. Der Experte meinte, dass er tägliche Gewichtszunahmen um die 6 g für recht viel halte.

Heute nun beschäftigten wir uns dann noch einmal intensiv mit diesen Fragestellungen. Und ich glaube, Monchi riss der Geduldsfaden (sehr sanft, natürlich!). "Claudia, schau mal in die Tabelle. Die Igelchen haben kontinuierlich zugelegt. Und die andere Tabelle sagt deutlich aus, dass Deine Igelchen weit über dem Gewicht eines gleichaltrigen Igels sind. Eine Woche Gewichtsvorsprung haben deine Igel! Deine Sorgen verstehe ich zwar, aber setz Dich nicht selbst unter Druck, wo es nicht nötig ist." Ja, sie hat ja Recht.

Meine Igel wiegen jetzt alle über 100 g, das dicke Mädelchen sogar 127 g. Warum sich also Sorgen machen. Ich hab es verstanden!

Ein Igel-Notfallbetreuungsplan für die nächsten drei Tage wurde heute ausgetüftelt, weil es mit Josephines Kastration heftige Komplikationen gab. Sie hat/te starke Blutgerinnungsstörungen, deren Ursache noch geklärt werden muss. Die Blutungen konnten kaum gestoppt werde und sie darf sich nicht rühren, nicht erschrecken, nicht rennen, nicht laufen. Jede Aufregung soll ich vermeiden. Die Nahtmaterial-Allergie kommt hinzu und eine starke Neigung zu Dermatosen, die schon beim Besprühen mit Desinfektion und beim schlichten Rasieren sichtbar wurde. Die nächsten Tage wird meine Josephine in den Mittelpunkt all meiner Aufmerksamkeit rücken.

Claudia Hauer

PS: Die Fotos sind schon einige Tage alt und nicht mehr up-to-date …

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Plötzlich Prinzessin! … äh Igelmama

Erstellt von Claudia am 25. August 2010

Von unserer Vertragstierärztin Frau Inken Höhne haben wir heute vier mutterlose, hilflose Igelbabys im zarten Alter von max. 14 Tagen übernommen. Sie wurden auf einer Mülldeponie aufgefunden.

Die Kleinen hatten viele Flöhe und wiegen derzeit zwischen 82 und 97 Gramm.

Die erste Versorgung mit Mini-Sauger hat sehr gut geklappt, so dass die Chancen nicht schlecht stehen.

Da hat es das Schicksal aber dieses Jahr extrem gut mit meinem Wunsch, viele verschiedene Tierarten aufzuziehen, gemeint. Ich hätte nicht gedacht, dass dieses Jahr noch ein Notfall für  mich reinkommt …

Hier die ersten Impressionen für Euch:

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Freude am Geflügel

Erstellt von Claudia am 22. August 2010

Aus meinen kleinen Entchen sind inzwischen fast große Enten geworden. Von ihrem niedlichen Daunenkleid ist nicht viel übrig geblieben und mein „schwächliches“ Entchen kann kaum noch als „schwächlich“ identifiziert werden. Es  ist ein Heidenspass mit diesen Viechern, auch wenn sie nach wie vor ziemlich scheu sind.

Sicher haben Sie das Bild von den Enten aus dem Park vor dem Auge, wenn Sie an Enten denken. Enten, die sich mutig herantrauen, wenn Sie mit altem Toast oder Brötchen daherkommen? Nun, bei meinen Entchen wären Sie enttäuscht, denn mit Brötchen oder alten Backwaren können Sie höchstens Negativpunkte bei meinen Pfleglingen sammeln. „Alle meine Entchen …“ sind Gourmets! Gerade so und mit viel Mühe haben sie das Ententrockenfutter akzeptiert, aber ihre Lieblingsspeisen sind doch eher Insekten wie große Heimchen oder jede Arten von Grillen. Auch Regenwürmer werden verspeist und als pflanzliches Beiwerk darf ich tagtäglich frische Entengrütze servieren. Diese sollte jedoch nach Möglichkeit großblättrig sein. Kleinblättrige, die es zuhauf hier in den Tümpeln gibt, fressen sie nur mit Verachtung, dass ich es mal wieder nicht gepackt habe, die wohlschmeckende aus Jannys Teich zu besorgen.

Ein wundervolles Ritual zählt zu meinem Enten-Alltag: Jeden Tag nehme ich mir eine Stunde Zeit, um die Riesen-Grillen zu verfüttern. Die Enten warten inzwischen schon regelrecht darauf. Mit einer Pinzette sitze ich dann in der Quarantäne, angel mir Grille um Grille heraus und die Entchen müssen sich ihre Leckerbissen bei mir abholen. Zunächst gucken die Vier ganz gierig bis sich dann eine ein Herz fasst und mit einem Hechtsprung herankommt, sich die Grille schnappt und mit einem weiteren Hechtsprung wieder zurück hüpft. Ich könnte mich Ausschütten vor Lachen. Ihrer Scheuheit tut dieses Ritual kaum einen Abbruch. Sie ertragen gerade mal mich als ihre Pflegerin.

Gestern als der Tag so heiß war, konnte ich endlich einmal beobachten, wie die Entchen sich in ihrem großen Badeteich tummelten. Das war mir bisher noch nie in dieser Weise vergönnt. Ich hatte nach der Grillenfütterung einige Grillen auf einem Korkstamm, der auf dem Badeteich schwimmt, sorgsam drapiert. Um sich diese zu schnappen, mussten sie hinein und konnten nicht wie sonst vom äußeren Rand aus schnäbeln. Ich war erstaunt, mit wie viel Energie sie plötzlich tauchten, heraussprangen und voller Übermut in Windeseile durch die Quarantäne hetzten. Es war vergleichbar mit den „fünf Minuten“, die ein Hund auch hin und wieder mal hat. Danach widmeten sie sich wieder dem Hauptschwerpunkt ihres Lebens: Der Gefiederpflege.

Ein weiteres Ritual haben wir in den Alltag eingebaut. Jeden Abend gegen 20 Uhr müssen die Entchen in den Stall watscheln, um dort die Nacht zu verbringen. Mein Mann hatte schon vor einiger Zeit das Nachtlicht und die Wärmelampe angebracht. Eine Wurfbox wurde mit Sägespäne und viel Heu ausgepolstert, was meine "Luxus-Entchen" komplett ignorierten.  Statt dessen wählten sie den Katzenkorb als ihre Schlafstätte, was mir auch Recht sein sollte. Jeden Abend sammeln sich also meine Entchen pünktlich vor der geöffneten Stalltüre, um dann mit einem „tschtsch“ von mir hineindirigiert zu werden. So süß! Die Nacht wird genauso wie der Tag genutzt, um zu baden, Entengrütze zu naschen (natürlich nur die Großblättrige!) und zu fressen. Oft ist der Futternapf und die kleine Badewanne komplett leer, wenn ich morgens komme.

Bald schon ist die Zeit der Pflege vorbei. In nur drei Wochen geht es für die Entchen in die Wildnis. Ein großartiges Angebot bekam ich von der Besitzerin zweier meiner ehemaligen Pflegetiere Heidi und Oliver Otto von Hauershausen. Sie hat ja nicht nur ein riesiges Grundstück vor ihrem Haus, sondern auch einen eigenen kleinen See, auf dem sich zur Zeit das Entenjungvolk sammelt. Bis November bleiben sie meist da, so erzählte mir Frau E., um dann an die Havel zu fliegen. Auf meine skeptische Frage, wie es denn mit Greifvögeln aussähe, versicherte mir Frau E., dass diese schon abgezogen seien. Die hatten ihren Spass mit den Enten schon im Juni und Juli gehabt. So nahm ich voller Begeisterung dieses Angebot an, heißt es doch, dass meine Entchen von den anderen Jungenten lernen können und automatisch mitfliegen, wenn zum Beispiel  Gefahr droht. Auch kann ich sie die ersten Tage noch beobachten und wenn ich will Futter hinstreuen, sollte es kritisch werden. Günstigerweise hat Frau E. nicht nur die Lager voller Weizen, sondern auch noch ein Fernglas, mit dem wir die Entchen dann beobachten können.

Und so wird es absehbar leer in unserem Hause, was auch dringend notwendig ist, weil meine Kräfte so ziemlich erschöpft sind. Bei allem Spass und der unglaublichen Freude, die ich an meinen Pflegetieren habe, kostet jedes „Projekt“ stets Kraft und unwahrscheinlich viel Zeit. Die Quarantäne muss nach den Entchen erst mal gründlich gesäubert werden. Auch will ich neues Gras säen, um die inzwischen vielen kahlen Stellen auszumerzen.

In meinem Kopf habe ich jedenfalls festgesetzt:  Die Entchen waren die letzten Pfleglinge in diesem Jahr für die Quarantäne. So sei es dann hoffentlich auch.

Claudia Hauer

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Neue Trainingsvideos mit Elvira & Fionella

Erstellt von Claudia am 15. August 2010

Jule aus Wildenbruch übt fleißig mit unseren Minischweinchen und sie ist begeistert über das schnelle Lernen.

Zwei Videos gibt es von unseren Schweinchen und hier könnt ihr sie sehen:

Elvira lernt einen Ring mit ihrem Rüssel auf zunehmen, bitte HIER klicken

Elvira lernt ein Transportbox zu öffnen und zu schließen, bitte HIER klicken

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Ente gut, alles gut

Erstellt von Claudia am 10. August 2010

So lautete mein Standardspruch in der vergangenen Zeit, wenn ich gefragt wurde, wie es denn so geht. Das heißt soviel wie "Geht's den Enten gut, geht es mir auch gut". Es ist immer wieder erstaunlich, wie stark die eigene Laune abhängig ist vom guten Gedeihen der Pflegetiere …

Nun, auch mein "schwaches" Entchen hat sich inzwischen recht gut erholt. Es wird zwar sicherlich gewichtsmäßig kaum noch seine Geschwister einholen, die allesamt schon knapp 300 g wiegen, aber der kontinuierliche Gewichtszuwachs ist das Wichtigste, um sich ordentlich zu entwickeln.

Die Nahrungspalette wurde inzwischen erfolgreich erweitert und auch das Entenstarter-Futter wird endlich angenommen. Während Janny den Entchen leckere "Spezial-Entengrütze" aus dem eigenen Teich mitbringt, mache ich mich mit "Monchi" daran, stundenlang im Dreck zu wühlen, um Regenwürmer aufzuspüren. Wir haben hierbei eine hervorragende Arbeitsteilung: Ich grabe und bin die schnellste im Auffinden jeden noch so kleinen Wurms und Monchi greift sie blitzartig und mit spitzen, hohen Schreien, um sie in einen kleinen Eimer zu sammeln. Das ist vielleicht ein Spass! Auch Spaghettis gibt es nun und gestern Abend gabs sogar geschredderte Radieschenblätter. Brennessel, Klee, Salat und frisch gekeimte Sämereien komplettieren den Speiseplan. Beide Eimerchen Bachflohkrebse sind inzwischen fast zur Neige gegangen und es ist nicht geplant, neue zu bestellen.

Mein Mann zeigt mir inzwischen schon tagtäglich einen Vogel, weil er findet, dass ich meinen Perfektionismus, was Nahrung und Wohlbefinden der Entchen anbelangt, so ziemlich übertreibe. Ich scheine hierzu wirklich eine Neigung zu haben, so muss ich mir eingestehen, obwohl ich mich z. B. nicht mal im entferntesten daran erinnern kann, dass es angeblich beim Feldhasi auch so gewesen sein soll, wie mir Franzi heute früh vorwarf. So gab es hierzu heute morgen am urlaublichen Familienfrühstückstisch eine eingehende Debatte. Meine holder Ehegemahl meinte, wenn die Entchen in ihrer Nahrungspalette kleine Goldklümpchen hätten, würde ich mich nicht scheuen, nach und nach sämtliche Möbelstücke im Haus zu verkaufen, um eben auch kleine Goldklümpchen im Speiseplan anbieten zu können. *Grins* Jaaaaaaaaaa, irgendwie hat er schon nicht ganz so unrecht ;-) … ich bin sehr froh, dass Enten keine Goldklumpen fressen, weil es doch irgendwie arg den Familienfrieden gefährden könnte …

Hier nun einige Impressionen für Euch. Viel Spass beim Betrachten wünscht

Claudia Hauer

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Enten … ein “Job” fürs stille Kämmerlein

Erstellt von Claudia am 6. August 2010

Irgendwie sind Entchen doch was ganz anderes als Welpen, Katzen, Schweinchen oder Häschen. Mal abgesehen davon, dass sie einer ganz anderen Art angehören, die sich einem erst erschließen muss, erntet man im allgemeinen wenig Interesse für seine Pfleglinge. Es sind halt keine plüschigen Minihunde mit Knopfaugen, die einem so wunderbar niedlich ins Gesicht blicken und jeden um den Finger wickeln. Dennoch sind sie, neben Ikarus, der seit gestern bei mir wohnt, die mir anvertrauten Lebewesen, die mir auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sind und die es durchaus in sich haben. Auch sie können übrigens aus kleinen Knopfaugen mit schiefem Kopf wunderbar blicken.

Auf und ab ging die Talfahrt in der vergangenen Woche, was die Gewichte anbelangt. Erst gestern bin ich dann dahinter gekommen, dass die Enten nur sehr wenig zunehmen, wenn sie den ganzen Tag draußen in einem abgetrennten Bereich der Quarantäne sind. Ich vermute, dass sie dort  ängstlicher sind, als im Wohnzimmer, angesichts der vielen Außenreize.  Drei der Entchen wiegen jetzt schon über 200g, mein kleines Entchen 176g. Alle sind fit, mobil, schwimmen in ihrem Außen- oder Innenbadesee und auch von den Mehlwürmer sind wir so gut wie weg. Professionelles Entenaufzuchtsfutter hat nun seinen Weg zu mir gefunden und wird vorerst strikt von den Entchen, die gerade auf "Bachflohkrebs-Tripp" sind, abgelehnt.

Seit mein Mann an jenem Sonntagvormittag mitbekam, wie wichtig mir die erfolgreiche Entenaufzucht ist, akzeptiert er nicht nur, dass ich "Enten" pflege, sondern fragt mich abends stets, wenn er heimkommt: "Na, was gibt es Neues von der Entenfront?" Ich bin glücklich, dann jemanden von meinen Sorgen oder Freuden erzählen zu können, wenn die Erzählungen denn auch wesentlich kürzer ausfallen als bei hündischen, schweinischen oder häsischen Pfleglingen.

Gestern dann gab es einen richtigen Durchbruch. Die Enten übersprangen die 200g-Marke und 30g Gewichtszunahme war der Tagesstatus. Voller Freude ging ich in den internen Chat und plauzte los … aber irgendwie interessierte sich keiner so richtig dafür. Ich war echt irgendwie enttäuscht und mir verging ein Stück weit die Freude über die Geschichten des einen oder anderen Wauzis. Es musste doch jemanden geben, der versteht, wie sehr mich die Entwicklung freut und der sich ein klein wenig mit mir freuen kann. Jemand, für den die Enten nicht nur langweilige Enten sind. So tickerte ich "Monchi" an, die mich fast täglich ermutigt hatte, nicht aufzugeben und nicht an mir zu zweifeln.Und endlich bekam ich das, worauf ich so lange gewartet hatte: "Boah! Das ist ja Wahnsinn! 30 Gramm! Toll." Oh – es war so wohltuend.

Und noch eines ist anders, wenn man Enten pflegt. Überall, wo man hinkommt, bekommt man Naserümpfen, Lachen oder Sprüche zu hören. "Ente goldbraun." oder "Ente süß-sauer" oder "Du sollst doch nicht mit deinem Essen spielen." Es ist immer wie ein Stich ins Herz, selbst wenn die Versender dieser Botschaften es spassig, lustig oder was auch immer meinen. Stellt Euch vor, ich käme Euch besuchen. Euch und Eurem Hund, an dem Euer ganzes Herz hängt. Ihr seid stolz auf das, was er kann, auf seine schlanke Figur oder auf seine Kunststückchen. Wie würde es Euch gefallen, wenn ich dann Sprüche ablasse, wie: "He, so ein häßliches Viech hab ich ja noch nie gesehen!" oder "Mein Gott, ist der langweilig! Ist der immer so eine Schlaftablette?" Oder "Mensch Du, in China, würden die ein richtiges Ragout aus Deinem Pfiffi machen!" He Leute, ihr könnt doch nicht ernsthaft glauben, dass ihr das selbst so locker nehmen würdet …

Respekt ist das Wort, was mir dabei in den Sinn kommt. Respekt vor der Kreatur und Respekt vor den Gefühlen anderer. ("Achtung und Respekt sind das Fundament der Menschlichkeit …" J. Mathes)

Mich jedenfalls machen all die vielen "Entenrezepte", all die Sprüche jedesmal sehr traurig, Denn auch wenn es wilde Pfleglinge sind, mit denen man wenig Gassigehen oder Spielen kann, sind es UNSERE Pfleglinge, für die wir Verantwortung tragen und dessen Wohlergehen uns am Herzen liegen sollte.

In diesem Sinne

Claudia Hauer

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Von „Alle meine Entchen“ oder warum mich kleine Küken in den Wahnsinn treiben

Erstellt von Claudia am 2. August 2010

Als ich gestern auf den Kalender schaute, konnte ich selbst kaum glauben, dass die Entchen nun schon zwei Wochen bei mir sind. Anlass war nicht ein sonntäglicher Familienausflug, sondern Unpässlichkeiten der Entchen und der Entschluss, eben nicht gemeinsam mit meinem Mann mal über den Flohmarkt zu bummeln, sondern vielmehr stundenlang in der Tierklinik Potsdam zu sitzen.  Jenes ist an einem Sonntagmittag sowieso viel interessanter und man spart sich zudem das Herumsitzen vor dem Fernseher und das Anschauen von  Tiersendungen mit lästigen Werbeunterbrechungen …

Ja, die Aufzucht verlief die ersten Wochen ziemlich unproblematisch. Die Entchen sind förmlich explodiert und unsagbar gewachsen. Doch machte mir zunehmend ihr Konsum an Mehlwürmern zu schaffen und ihre Sturköpfigkeit in Bezug auf die Aufnahme anderer Futtermittel wie Entengrütze, Ei- und Aufzuchtsfutter, Gras oder all das, was Entenartige eben so fressen sollten, wenn sie gesund und fit bleiben sollen. Auch die Tipps mit Spaghettis oder Brotkrumen fruchtete bei meinen Entchen nicht. Überall ist zu lesen, dass das Aufziehen von Entenküken recht einfach ist, da die Küken schon vom ersten Tage an alleine fressen. Nur meine Entchen schienen da eine besondere Ausnahme zu sein, denn sie ließen sich ausschließlich Mehlis, Heimchen und Grillen von der Pinzette reichen. Ich begann mir Sorgen zu machen, dass diese einseitige Kost auf Dauer zu Problemen führen würde. (Andererseits wird auch beschrieben, dass die Feldhasenaufzucht so extrem schwierig sei, was sich bei mir nicht bewahrheitet hatte.)

Schon Samstag fiel mir auf, dass die Kleinen irgendwie schwächer waren als sonst. Sie drückten teilweise ihre Beinchen nicht mehr hoch beim Laufen und als am Sonntagmorgen dann auch die Kräftigsten nicht mehr so gerne laufen wollten, plante ich unseren Ausflug in die Tierklinik und bereitete meinen ganz und gar unternehmungsfreudigen Mann behutsam darauf vor.

Ich fühlte mich gestern ziemlich verzweifelt, weil es meinen Entchen nicht gut ging und ich wohl als kompletter „Entenaufzuchtsversager“ in die Geschichte der Welpennothilfe eingehen würde. Ich konnte einfach nicht verstehen, warum Sachen die angeblich leicht sein sollen, mich zur Verzweiflung bringen und Sachen die schwierig sein sollen, ein Kinderspiel sind. In Gedanken sah ich schon ein Küken nach dem anderen tot im Käfig liegen und mir bittere Vorwürfe machen, warum ich so verantwortungslos war, die Aufzucht übernommen zu haben.

Nach vielen Stunden Wartens und einer Labradorhündin, die noch im Wartezimmer auf dramatische Weise starb, bekamen wir dann ein Antibiotikum für die Entchen und fuhren nach Hause.  Das Antibiotika schien Wunder zu wirken, denn heute morgen standen alle wie gewohnt auf ihren Beinchen. Bereits um Fünfe in der Frühe begann ich dann, den Umzug der Entchen in Feldhasis ehemaliges Heim zu realisieren, denn der Platz in der Ikea-Box wurde nun etwas eng. Ein großer Badeteich bekam seinen Platz und es war eine Wonne mit anzuschauen, wie viel Freude die Entchen beim Baden hatten. Eine Düsseldorfer „Entenaufzuchtsexpertin“ (ein toller Tipp vom Stockenten-Forum) gab mir weitere entscheidende Hinweise zur Verbesserung der Halte- und Lebensbedingungen. Die Enten sollen Erde bekommen! Zweimal reichte ich ihnen heute schon eine Schale mit leckerer schwarzer Gartenerde und scheute mich auch nicht davor, winzige R-W’s, die ich sogar mit der Hand anfasste, mit einzuarbeiten.  Bereits nach wenigen Minuten war die Erdschale so gut wie leer!

Jedenfalls geht es den Entchen heute wieder gut, auch wenn sie noch einige Tage mit Antibiotika versorgt werden müssen. Spätestens heute abend werde ich Kükenstarter haben, von dem die Düsseldorfer Expertin gesprochen hatte. Und so bin ich hoffnungsvoll, dass sich das Blatt endgültig noch zum Guten wenden wird und aus den kleinen Enten mal stolze Prachtexemplare werden.

Claudia Hauer

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Enten-Impressionen

Erstellt von Claudia am 23. Juli 2010

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Von Tod und Phobien

Erstellt von Claudia am 20. Juli 2010

Um es gleich vorweg zu sagen: Leider leben nur vier der acht Entenküken  Leider.

Nach der Ankunft bei mir habe ich die offenbar nur wenige Tage alten Küken in der Quarantäne untergebracht. Bei Beobachtung ging mir schnell ein Licht auf, denn die Kleinen konnten mit ihrem halben Körper durch den wirklich sehr engen Maschendraht schlüpfen – besonders wenn sie in Panik gerieten. Also schnappte ich sie mir erneut und brachte sie im Kaninchenstall unter, der eine kleine Öffnung mit engmaschigen Längsstreben hatte. Ich wähnte mich sicher, doch das war trügerisch. So nahm ich meinen Beobachtungsposten auf der Terrasse ein, weil ich hoffte, dass sie ohne menschliche Nähe zunächst mal besser zur Ruhe kämen.

Durch die hohen Gräser des Terrassenhügels fiel mein Blick immer wieder zu Pamuya, die besonders sonniger Stimmung zu sein schien, denn sie spielte enorm fröhlich. Josie beobachtete sie liegend im Gras bei ihrem Tun. Ich dachte noch, man, wie schön, dass sie sich so gut fühlt und so viel Freude hat.

Irgendwann kurze Zeit später sah ich es Flattern im Stall und ging hinunter. Nur noch vier der acht Küken konnte ich entdecken. Panik befiel mich. Ein Gedankenblitz durchschoss meinen Kopf und ich schaute zu Pamuya, die zufrieden im Gras lag. Die vier Küken wurden in Windeseile in Sicherheit gebracht. Dann ging ich zu Pamuya. Josie lag noch immer in Entfernung auf ihrem Beobachtungsposten. Ich sah zwei leblose Entenkörper im Gras, ein Drittes versuchte sich in Sicherheit zu bringen. Die Küken hatten sich durch die enge Verstrebung des Kaninchenstalls plus dem Maschendraht der Quarantäne gequetscht und die Freiheit gesucht. Ja, ich war sehr entsetzt, ja, auch sehr wütend. Pamuya hatte die Entchen nicht getötet, sie aber zu Tode gespielt. Sie hatten keine Verletzungen. Leider konnte ich dem dritten "Pamuya-Küken" nicht mehr helfen.

Doch fehlte noch Nummer Vier. Meine Töchter und ich suchten in der Dämmerung mit Taschenlampen den Garten ab, konnten es aber weder hören, geschweige denn sehen. Traurig gingen wir ins Haus und ich kümmerte mich um die verbliebenen Entenküken. Plötzlich klingelte es an der Tür und eine besondere Frau stand etwas in den Händen haltend vor mir. Es war die Frau, die unsere Katze Jessie, über die ich in der Vergangenheit schon häufiger berichtete, als neuen Dosenöffner auserkoren hatte. Sie erzählte mir, dass unsere/ihre Jessie ihr ein besonderes Mitbringsel mitgebracht hätte, was wohl immer wieder vorkommt. Ganz zart fängt Jessie irgendwelche Tiere ein und bringt sie unversehrt heim. Dieses Mal ein Entenküken! Es war mein vermisstes Entchen. Sie wüsste nicht, was sie mit diesem Tierchen machen sollte, nicht ahnend, dass wir schon den kompletten Garten dreimal durchsucht hatten. Ehrlich – mir standen die Tränen in den Augen. Solche Zufälle gibts doch eigentlich gar nicht …

Die restlichen vier Entchen wohnen nun in einer großen Ikea-Box im Wohnzimmer, wärmen sich unter dem Rotlicht und fangen langsam an zu erkennen, dass ich nicht ihr Feind bin. Seit heute klappt das Fressen gut – ABER … natürlich nicht das spontan von der Firma Groß in Seeburg gespendete und extra hergestellte Entenfutter (Danke!!!). Es müssen W`s sein … W`s sind Würmer … nur ein einziges Mal schreibe ich dieses ekelhafte Wort in voller Länge. Ich liebe alle Tiere, außer W`s – ehrlich. Ich habe regelrechte Panikzustände, wenn ich einem dieser Dinger begegne. Besonders schlimm sind diejenigen, die bei Regen rauskommen …

Und nur W`s werden gut von meinen Entchen angenommen – wie schrecklich! Zur Not darf es auch anderes Ungetier sein wie Heimchen, Maden oder die gruseligen kleinen Wasserkrabbler … Wundervolle Teichlinsen, kleingehackte Brennessel, Salat, all das köstlich aussehende vegetarische Zeug wird einfach verschmäht. Auch hartgekochtes Ei oder sonstige entenübliche Leckerbissen locken sie nicht aus der Reserve – nur W`s. Und so sieht man mich nun an der Entenwanne sitzen, mich vor Ekel schüttelnd diese Viecher hinhaltend und ich bin überzeugt, dass es eine harte "Prüfung" sein muss, durch die ich da gerade durchmuss.

Ich befürchte, dass ich während der Entenaufzucht ziemlich abnehmen werde, weil der Gedanke allein mir stets den Appetit verdirbt … Naja, einen Trost gibt es zumindest: Spätestens im Alter von drei Wochen sollen Entchen ja vermehrt Grünzeugs fressen …

Ich will nicht jammern, aber musstet ihr schon mal mit Eurer Phobie unter einem Dach leben???

Bis dahin

Eure w-geprüfte Claudia

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